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Kunstfreiheit auch in Witten?

Foto von Erhard Dauber

…  das fragen sich, neben vielen anderen Unverständlichkeiten in den neuen Förderrichtlinien für die Freie Szene, auch die Theatermacherinnen aus Witten. Jetzt sind sie imGespräch mit den Leitern und den Mitgliedern des Verwaltungsrates des Kulturforums, die diese – Förderrichtlinien – einstimmig beschlossen haben. Es gibt scheinbar viel (Er)-Klärungsbedarf, was die freie Kunstarbeit so ausmacht und was sie braucht. Zum Beispiel Kunstfreiheit. Dazu gibt es nun einen offenen Brief an die Damen und Herren des Kulturforums und an die interessierte Öffentlichkeit.

Betreff: Paragraph 3.3. der Förderrichtlinien, die Freiheit der Kunst oder nehmen Sie den Zuschauern nicht die Arbeit ab

Sehr geehrte Damen und Herren,

okay, die freie Szene hat viel Wind um die Förderkriterien gemacht, aber dadurch hat ihr Boot enorm an Fahrt gewonnen und wir haben viel Rückenwind in Form von Auseinandersetzung, Gesprächen und Verhandlungen bekommen, wofür wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken.
Mit Herrn Steimann und Herrn Härtel vom Kulturforum sind wir in konstruktiver Diskussion und wenden uns nun mit einem für uns offenen Punkt an Sie, da Sie diesen, da Sie diesen als Verwaltungsratsmitglied beschlossen haben..

Wir nennen ihn intern den Zensurparagraphen – ausgeschrieben als Paragraph 3.3. der Förderrichtlinien -  und dieser lautet im Auszug `… grundsätzlich nicht förderungswürdig sind Projekte mit … erkennbar politischen oder religiösen Tendenzen´.

Mein Vorschlag: Streichen Sie diesen Zusatz.
Die Kunst ist in Deutschland frei. Das ist ein unschätzbarer Wert, bin ich froh in so einem Land leben und arbeiten zu können. Dieser Wert sollte, sollten diese Kriterien in falsche Hände geraten, nicht aufs Spiel gesetzt werden.
Machen Sie durch die Streichung dieser Einschränkung deutlich, dass auch Witten eine Kunst verträgt, die kontrovers diskutiert werden kann. Nehmen Sie den BürgerInnen nicht die Arbeit ab, auch wenn sie sich ob eines verletzten Kunstverständnisses empören. Kunst darf und muss das: Berühren, provozieren, inspirieren, nerven, aufrütteln, verwirren, begeistern, … Wenn nicht da, wo sonst? Feiern wir lieber eine gesunde Streitkultur in unserer Stadt.

Da es ja auf Förderungen eh keinen Anspruch gibt, braucht es keine Paragraphen sondern ein kompetentes Kuratorium, welches eigenständig entscheiden kann, an wen die Gelder vergeben werden.
Und daher mein zweiter Vorschlag: Berufen Sie Menschen verschiedener Institutionen in die Jury. Fachleute u. a. auch KünstlerInnen, die eine Fördervergabe auf den Weg bringen, die Experimente wagen, Altbewährtes unterstützen, Großes andenken, Neugier auf das lokale Potential wecken und ( noch ) mehr Leben in die Stadt bringen
Sollten wir diese Punkte schon persönlich mit Ihnen diskutiert haben, sehen Sie diesen Brief als offizielle Anfrage an den Verwaltungsrat an.

Ich freue mich auf jeden Fall von Ihnen zu hören, mit Ihnen zu diskutieren und Lösungen zu finden um mit vollen Segeln für eine lebendige Freie Szene in Witten zu fahren.

Ahoi!

Ihre Beate Albrecht

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