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'Alles muß raus' - Der Film

Video über das Politspektakel enthüllt Hintergründe über die Entführung des Großinvestors Gunter Handschuh

Als am Freitag, dem 27. August die Bürgerinitiative Basta! Witten die Privatisierungspläne der Stadt Witten mit einem Politspektakel thematisierte, war dies in Witten Stadtgespräch: `Wie kann man nur, oh Gott, wie darf man nur zu einem so ernsten Thema, wie der Politik der Stadtverwaltung derartig unzensierte Sätze öffentlich sprechen? Und sind da gar Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Begebenheiten in Witten beabsichtigt gewesen?´

– Nein! Die Veranstalter der ersten Wittener Privatisierungsmesse vor der Villa Lohmann versichern auf ihrer Internetseite, dass alle Ähnlichkeiten mit tatsächlich tätigen Personen, Firmen, Städten und Ereignissen rein zufällig sind.

Nachdem in den letzten Tagen bereits der vollständige Text des Theaterspiels von den Organisatoren veröffentlicht wurde, folgte nun das Video zu den Ereignissen im Stadtpark Witten, der heute noch im Besitz der Stadt Witten ist und über dessen Verkauf am 21. September entschieden werden soll.

Besonders interessant an dem Video sind die dort offengelegten Hintergründe über das Verschwinden des Großinvestors Gunter Handschuh, für den die erste Wittener Privatisierungsmesse veranstaltet wurde. Wie der Dokumentation zu entnehmen ist, wurde Handschuh entführt und befindet sich anscheinend noch immer in der Hand seiner Entführer. Es ist nicht bekannt, ob und was die Stadt Witten bis heute unternommen hat, um mit den Entführern aus dem nahen Rheinland in Kontakt zu treten. Es kann auch nicht gesagt werden, ob dieses Verhalten der Stadtverwaltung als eine Warnung an zukünftige Investoren und Interessenten an der Immobilie zu verstehen ist.

Immerhin befindet sich die sozialdemokratisch geführte Kommune ja in dem Dilemma, die Erfolge sozialdemokratischer Politik der letzten hundert Jahre für den kurzen Glanz eines Strohfeuers zu verschleudern. Das was heute der Stadtpark Witten ist und allen Wittener Bürgern zu Erholung offen steht, waren früher einmal die Gärten der reichen Fabrikanten und Händler der Stadt. Mit der Privatisierungspolitik dreht die SPD nun die Uhr zurück in die Zeit des Dreiklassenwahlrechts. Die Räumlichkeiten der Villa Lohmann, die heute noch allen Bürgern unabhängig von ihrem Einkommen als Standesamt dienen, als Ort an dem in einem würdigen Rahmen Ehen geschlossen werden können, soll demnächst für einen Appel und ein Ei in Privatbesitz übergehen. Während die Familie Lohmann allerdings noch den damaligen Marktwert für die Errichtung des Hauses bezahlen mußte, soll die städtische Immobilie heute offensichtlich zum Buchwert verhöckert werden. Das heißt, der von der Stadt angestrebte Preis der Immobilie mit einem Teil des städtischen Parks in der Größe von 2.000 bis 3.000 Quadratmetern richtet sich nicht daran aus, was die Stadt bezahlen müßte, wenn sie dieses Objekt heute von Privat erwerben wollte. Zu einem Preis, für den man sonst ein Einfamilienhaus erstehen kann, soll hier eine historisch bedeutsame Stadtvilla mit Teilen des Stadtparks verschenkt werden, Räumlichkeiten also, die neben der Nutzung als Standesamt, auch noch von der Volkshochschule und als Proberäume für Künstler dienen. Natürlich zahlen die Nutzer auch heute schon Miete dafür, u. a. über ihre Kursgebühren bei der Volkshochschule. Natürlich kommt hier sofort auch die Frage auf, warum muß es denn gleich ein Verkauf sein, wenn denn die Stadt tatsächlich recht damit hätte, dass sie die Immobilie nicht länger selber halten kann. Warum wird denn dann nicht ein Erbpachtvertrag angestrebt? Aber knallhart werden hier die Interessen von Privat über die Interessen der Wittener Allgemeinheit gesetzt!

‘Alles muß raus!’ Koste es was es wolle!

Ist das Desinteresse am Schicksal des Großinvestors Gunter Handschuh also nur ein weiteres Anzeichen für eine Politik der sozialen Verantwortungslosigkeit? Oder ist es sozialdemokratische Gleichmacherei, wenn dem Börsenspekulanten genauso wenig soziale Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, wie der Masse der Bürger unserer Stadt?

Die Bürgerinitiative Basta! hat sich in den letzen zwei Wochen bemüht, alle Informationen über die Vorgänge im Wittener Stadtpark am 27. August 2010 offenzulegen. Nun ist es an der Stadt Witten, ebenso alle Pläne und geheimen Absprachen über den Verkauf der Villa Lohmann den Bürgern der Stadt darzulegen und dem Willen dieser Bürger entsprechend, von den Plänen zum Verkauf Abstand zu nehmen.

Keine Groteske, keine Satire und kein Politspektakel kann an die realen Vorgänge in unserer Stadt heranreichen. “Alles muß raus!” ist die Losung der Privatisierungsbefürworter, die hinter verschlossenen Türen verhandeln und die enteigneten Bürger vor vollendete Tatsachen stellen wollen. Aber wollen sie das?

Wir müssen  unsre Frage wiederholen: Wird Gunther Handschuh gerettet?

Sehen sie selbst!

Privatisierungsmesse Witten from basta! Aktionsbündnis Wuppertal on Vimeo.

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