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Kultur-Forum sollte Bücherei-Verkauf bereits beschliessen

Anonym ist uns eine Verwaltungsvorlage aus der nicht-öffentlichen Sitzung des Verwaltungsrates des  Kulturforums  vom 7. Juli 2010 zugespielt worden, die wir anbei zur Verfügung stellen:

Neuorganisation des Wittener Bibliothekssystems (PDF)

Demnach lag dem Verwaltungsrat zum 7. Juli ein Beschlussvorschlag vor, wonach,

  1. das Bibliothekssystem in Witten komplett umzustrukturieren und dabei „nicht mehr benötigte Standorte sukzessive aufzugeben” sei,
  2. die Hauptstelle der Stadtbücherei an der Ruhrstraße (ein denkmalgeschütztes Gebäude) “zum Höchstpreis” zu veräußern sei.

Inzwischen hat ein Ratsmitglied, das nicht genannt werden will,  dementiert, dass diese Vorlage bereits beschlossen worden sei. Vielmehr sei die Vorlage in der Sitzung verschoben worden und nicht angenommen worden. Sie soll im Rat stark umstritten sein.

Durch den Verkauf der Stadtbücherei sollen angeblich die Mittel aufgebracht werden, um die Umstrukturierung zu finanzieren.

Zielsetzung der Umstrukturierung ist

  • eine “Kinder- und Kulturbibliothek” im zum “Wissenszentrum” umgebauten Märkischen Museum,
  • eine teilprivatisierte “Ausbildungsbibliothek” an der Annenstraße in Kooperation mit den Trägern der der 1 Euro-Jobs,
  • eine Bibliothek für Jugendliche mit Bildungsdefiziten in Heven, in Mitträgerschaft des Beschäftungsträgers „Wabe“,
  • Nebenstellen mit offensichtlich unklarer Zukunft in Stockum und Herbede.

Daneben soll eine Art Hol- und Bringedienst für Medien eingerichtet werden, wahrscheinlich erneut mit 1-Euro-Jobs.

Wir denken, dass die Umsetzung der ehrgeizigeren Elemente dieses Umstrukturierungskonzeptes völlig in den Sternen steht.

Die Realisierung des „Wissenszentrums“ unter Einbeziehung des Stadtarchivs am Märkischen Museum ist bekanntlich an den Finanzen bereits gescheitert. Für das Stadtarchiv wären zusätzliche Bauten erforderlich.
Unabhängig davon würde die Integration einer vollwertigen Bibliothek in das Märkische Museum natürlich die Nutzbarkeit als Museum strak einschränken. Es ist also davon auszugehen, dass wir allenfalls eine Art Schrumpfbibliothek mit Lesesaal in einem geschrumpften Museum erhalten, – wenn überhaupt.

Der Ausbau der Bibliothek in Heven ist nach unseren Informationen sehr fraglich.

Bemerkenswert ist, dass das Bibliothekswesen weitgehend und systematisch auf die Beschäftigungsförderung, bzw.  die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ausgerichtet  wird: Bewerbungstraining statt Schiller und Brecht, Schmöker und Lexika. Bemerkenswert ist weiterhin, dass dabei offensichtlich in hohem Maße auf die Nutzung von „gemeinnütziger, zusätzlicher Arbeit“ von Erwerbslosen zurückgegriffen werden soll. Dies ist nicht nur ein Angriff auf die Kultur, sondern auch auf die Beschäftigungsverhältnisse im Bibliothekswesen!

An dem ganzen Konzept ist außerdem lediglich eines schnell realisierbar: Die Schließung der Stadtbibliothek an der Ruhrstraße und der Verkauf dieses öffentlichen Gebäudes an eine privaten Ausschlachter. Es ist sehr gut vorstellbar, dass nichts sonst übrig bleibt

Diese Konzept muss vom Tisch!

Knut Unger, MieterInnenverein Witten; Martin Halberstadt für basta! Witten

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